Aderlass
Was ist der Aderlass?
Der Aderlass stammt ursprünglich aus der Schulmedizin und wurde dort bis zur Entwicklung der Apparatemedizin sehr oft genutzt. Heute ist er primär der Naturheilkunde vorbehalten, erfährt in der Medizin aber eine gewisse Renaissance. In der Naturheilkunde zählt er zu den ausleitenden Verfahren: Er soll entlastend, entstauend, ausleitend und umstimmend wirken, die Neubildung der Blutzellen und den Blutfluss fördern.
Wie funktioniert der Aderlass aus naturheilkundlicher Sicht?
Zur „Reinigung“ und Entlastung des Blutes im naturheilkundlichen Sinn werden je nach Konstitution, Alter und Geschlecht zwischen 50 und 300 ml Blut aus einer Armvene entnommen, unter sterilen Bedingungen und mit Einmalmaterial. Kleine Aderlässe werden bei Bedarf etwa einmal monatlich wiederholt, nach Hildegard von Bingen am besten bei Vollmond. Durch die Entnahme führt der Körper zum Ausgleich Wasser aus dem Zwischenzellraum ins Blut zurück. Dadurch verbessern sich aus naturheilkundlicher Sicht Beweglichkeit der Zellen und Durchfluss, zugleich werden „Giftstoffe“ aus dem Gewebe mit ins Blut eingeschleust und über die Leber, unser Entsorgungsorgan, abtransportiert. Blutzellen werden neu gebildet, dadurch sollen Sauerstofftransport und Immunabwehr erhöht werden.
Der Vollständigkeit halber: Eine „Entgiftung“ im naturheilkundlichen Sinn kennt die evidenzbasierte Medizin nicht, dort spricht man von der Ausscheidung von Stoffwechselzwischen- und -endprodukten. Als Naturheilkundlerin bleibe ich gerne beim etablierten Begriff.
Bei welchen Beschwerden wird der Aderlass eingesetzt?
Aus naturheilkundlicher Erfahrung bei hohem Blutdruck zur Entlastung des Systems, bei Entzündungen, Blutfülle (Plethora), zu dickem Blut, zu vielen roten Blutkörperchen (Polyglobulie), bei Neigung zu Schlaganfall oder Herzinfarkt, zur Stoffwechselverbesserung und Entgiftung. Häufig wirkt er nach naturheilkundlicher Beobachtung auch positiv bei erhöhter Harnsäure und Gicht, erhöhtem Cholesterin, allgemeiner Übersäuerung oder Migräne.
Wann wird kein Aderlass durchgeführt?
Bei Blutarmut (Anämie), niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und bei geschwächten Patienten. Deshalb steht vor jedem Aderlass eine sorgfältige Anamnese mit Blick auf Vorerkrankungen, Medikamente und aktuelle Blutwerte. Nach der Entnahme bleiben Sie noch eine Weile entspannt auf der Liege und gönnen sich am Behandlungstag körperliche Ruhe.
Termin oder Fragen?
Termine im Heilpraktiker-Bereich bitte nur nach telefonischer Vereinbarung: 0251 48 400 80 oder mobil 0173 95 35 822. Verwandte ausleitende Verfahren in meiner Praxis sind Schröpfen und die Blutegel-Therapie, alle Verfahren finden Sie unter Heilpraktiker-Leistungen.
Hinweis: Der Aderlass gehört zur Erfahrungsheilkunde. Wissenschaftliche Studien zu Wirkung und Wirksamkeit sind praktisch unbekannt. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.